noch mehr Hirschkäfer in der Stadt

Fenster geöffnet und gestaunt. Ein zweiter diesmal lebendiger Hirschkäfer klettert in den ersten Stock. Ob er das frisch gelegte Eichenparkett wittert?

 

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Hirschkäfer Hornschröter Feuerschröter oder Donnergugi Lucanus cervus

Donnergugi noch eins! Was für ein Kawenzmann von Hirschkäfer! Er hat mich tierisch beim Unkrautjähen erschreckt. Der Arme ist tot. Allerdings verstarb er mit beinahe 7 cm Körperlänge. Da Hirschkäfermännchen zwischen 25 und 75 Millimeter groß werden, hoffe ich mal, dass er mit seiner stattlichen Größe ein erfülltes Leben hatte. Er zählt zu den größten europäischen Käferarten. Meinem Exemplar fehlt ein Bein und er hat eine kleine Delle im Panzer. Ansonsten ist er unversehrt. Vielleicht ist ihm ein Duell mit einem anderen Männchen zum Verhängnis geworden. Die Kontrahenten versuchen nämlich ihren Nebenbuhler auf den Rücken zu werfen und in dieser unbequemen Lage habe ich ihn vorgefunden.

Ich hatte hier bereits 2015, das Vergnügen mit seiner weiblichen Verwandtschaft, die es sich in einer morschen Birkenwurzel gemütlich gemacht hatten. Damals waren es 4 lebendige Käfer.

Die Tiere sind stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste, da in unserer aufgeräumten Umwelt immer weniger Totholz zu finden ist. Die Kinderstube der Käfer wird nämlich in morschem Holz eingerichtet. Die Larven wurden übrigens von den Römern als Delikatesse geschätzt. Die Geweihe der ausgewachsenen Tiere wurden in der Antike zu Amuletten verarbeitet.

Inzwischen ist der Donnergugi unter Naturschutz gestellt. So wurden 2005 beim Bau der Werft für den Airbus A 380 am Flughafen Frankfurt Totholzwurzeln mit Larven umgesiedelt.

Lucanus heißt übrigens Waldbewohner und cervus Hirsch. Der lustige Name Donnergugi geht auf die germanische Gottheit Thor zurück. Der Beiname des Gewittergottes war  Donar. 

Hirschkäferfunde kann man hier melden:

http://rips-dienste.lubw.baden-wuerttemberg.de/rips/ripsservices/apps/login.aspx?serviceID=42