Ellébore aus dem Elsaß

Neuzugang Juni 2016

Lenzrose Christrose Helleborus Niger Weihnachtsrose Nieswurz Schneerose

Neulich bekam ich eine schöne Pflanze als Mitbringsel aus Frankreich geschenkt. Unser Freund meinte, es sei wohl eine Christrose und sie würden sich ziemlich in seinem Garten ausbreiten. Ich habe noch nie so eine große Helleborus niger gesehen, mich aber auch noch nie speziell mit Lenzrosen beschäftigt. Außerdem kenn ich wohl auch nur die Mickerexemplare aus dem Discounter, weil ich zur Blütezeit im Winter nie im Gartencenter bin. Sie hat gezähnte sehr harte Blätter und ist ca. 40 cm hoch.

Auf der Autofahrt nach Hause hatte ich sie zwischen meine Beine gestellt und mir gleich eine Zecke eingefangen.

Man nennt sie auch Nieswurz, weil ihre Wurzeln einen Niesreiz auslösen. Sie wurde früher als Arzneipflanze gegen Geisteskrankheit und Herzschwäche eingesetzt. Darauf weist auch der von der Pflanze abgeleitete Begriff (h)elleborosus = verrückt hin. Das wird allerdings heute nicht mehr gemacht, denn dieses Zeug hat so manchen vorzeitig ins Jenseits befördert. In  Der Klosterjäger von Ludwig Ganghofer warnt der Titelheld einen Frater, dem er die Nieswurz bringen soll: „Zwei Tröpflein machen rot, zehn Tropfen machen tot.“Christrosen sind stark giftig!

Heute habe ich eine der gerade sehr raren kurzen Regenpausen genutzt und sie in den Halbschatten gepflanzt. Ich habe eine Ecke im Garten, die speziell für Blüten im Frühjahr reserviert ist. Sie ist vom Küchenfenster aus sichtbar und ist mit Schneeglöckchen, Krokus, Bärlauch, Narzissen und Tulpen bestückt. Meinen lehmigen und an dieser Stelle sehr nassen Boden habe ich mit viel Sand und Humus gemischt. Bin gespannt, ob es ihr dort gut gefällt und freue mich schon mal in diesem Sinne auf Weihnachten!

 

 

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Glühwürmchen gegen Schnecken

Kreisch, wie niedlich ist das denn? Gerade las ich in einem Blog, dass Glühwürmchen gegen Schnecken helfen können. Zunächst hielt ich es für einen Scherz, doch nach etwas Gegoogle scheint es zu stimmen.

Und zwar ist es wohl folgendermaßen:

Die Larven des Großen Leuchtkäfers  (Lampyris noctiluca) ernähren sich mit Vorliebe von kleinen Gehäuse- und Nacktschnecken. Zum Verhängnis wird der Schnecke in diesem Fall ihre Schleimspur, die von den Glühwürmchen aufgespürt wird. Die Schleimer werden mithilfe von Giftinjektionen wehrlos gemacht und aufgefressen. Bis zu zwölf Mal so groß wie die Larve selbst kann die Mahlzeit sein. Eine große Larve verspeist ein derartiges Exemplar in etwa 30 Stunden. Diesen Heißhunger haben aber nur die Larven. Die erwachsenen Glühwürmchen haben einen deutlich geringeren Appetit.

Jetzt ist die Frage, wie komme ich an Glühwürmchen? Ich habe zwar keine besonderen Probleme mit Schnecken (bei mir hilft in der Regel ein wenig Kaffeesatz um den Rittersporn) ABER Glühwürmchen wären mir aufgrund ihrer Schönheit hochwillkommen! Ich habe hier im Garten noch kein einziges gesehen. Was brauchen diese Tiere, um sich zuhause zu fühlen?

Das Internet sagt zur Nützlingsförderung werden Steine, Erdlöcher oder leere Schneckenhäuser als Unterschlupf vor Fressfeinden empfohlen. Glühwürmchen sind zuverlässliche Indikatoren für gut strukturierte Landschaftsräume. Sie bevorzugen wohl auch  kalkhaltigen Boden, auf dem wiederum Gehäuseschnecken verstärkt auftreten.

Vertrieben werden sie unter anderem durch zu intensive künstliche Beleuchtung, Dünger, Pestizide und Herbizide. Auch Bodenverdichtung, Strukturverlust und Fragmentierung der Landschaft nehmen sie übel.

Liegen gebliebenes Laub, Schnittguthaufen, Asthaufen und Trockenmäuerchen wirken dagegen einladend auf sie. Sie mögen wohl auch keine hohen Stauden. Absolut verboten ist natürlich der Schnitt in der Leuchtperiode (Ende Juni-Ende Juli). Nicht zu vergessen ist natürlich das reiche Angebot an unterschiedlichen Schneckenarten.

Na ja, vermutlich fehlen meinem Garten da so einige Vorraussetzungen für so ein Glühwürmchenliebesnest. Trotzdem soll man die Hoffnung nie aufgeben. In Düsseldorf habe ich einmal auf einem kleinen See in einem Park in der Nähe der Altstadt ein Glühwürmchenlockhaus mit Leuchtdioden gesehen, das tatsächlich umschwärmt war von den kleinen Leuchtkäfern. Sooo schön!

Hier steht was zu LED-Fallen für Glühwürmchenmännchen http://www.gluehwuermchen.ch/beobachten/beobachten_allgemein.html

 

Juniblüten

1-roter mohn papaver selbstgezogen aus samen aussaat 2015 auspflanzen 29.05.2016 11-15.JPG

Schrill! Irgendwie habe ich mir die Farbe ein wenig anders vorgestellt. Ein bißchen sehr orange dieses Jahr. Ich bilde mir ein, daß er letzten Sommer ein dunkleres Rot gehabt hat. Kann das sein? Vielleicht ein bißchen wetterabhängig die Blütenfarbe? Diesen Mohn habe ich letztes Jahr auf der Fensterbank ausgesät und im Mai 2015 in den Garten gepflanzt.

gloria dei rose  04.06.2016 08-53

Diese Gloria Dei Rose lebt schon länger hier als ich und ist schon etwas altersmüde. Eben eine Omarose.

1-striped rose rosa gallica versicolor mundi peony päonie pink juni 06.06.2016 19-251-Päonie rot red peony rosa gallica versicolor rosa mundi  06.06.2016 19-23

BEAUTIFUL!

Noch einmal meine schöne Rosa Mundi die hier von Pfingstrosen bedrängt wird. Der Garten ist einfach zu klein.

Lieblings nelke dianthus  06.06.2016 19-23

Eine Blume die mich verblüfft: eine Nelke (Federnelke?). Sie wurde vor über 10 Jahren von mir aus Discounter-Samen gezogen und lebt immer noch. Werden Nelken wirklich so alt. Muß ich mal googeln.

 

Rosa gallica Versicolor Rosa mundi

Obwohl sie nur einmal im Juni blüht, ist eine meiner Lieblingsrosen die sehr zuverlässige und gesunde gestreifte Rose Rosa mundi.

Wohl nach Rosamund Clifford, der Geliebten Heinrichs II, König von England benannt, gehört sie zu den historischen Rosen. Als älteste gestreifte Rosa gallica findet sie seit dem 16. Jahrhundert Erwähnung. (Zur Legende siehe auch http://oldroses.nl/my-roses/gallicas/rosa-gallica-versicolor-rosa-mundi/ )

Sie ist eine Mutation der Apotheker-Rose Officinalis. Deren Blüten-Auszug wirkt adstringierend, lindert  Mund- und Rachenbeschwerden und beschleunigt die Wundheilung.

Obwohl ich ihren Duft zwar nicht schlecht aber weder besonders intensiv noch aufregend finde, wurde diese Rose auch zur Gewinnung von Rosenöl genutzt.

Die Gewichtung und Verteilung der Farben variiert sehr stark und wird sehr schön durch die auffallenden gelben Staubgefäße kontrastiert. Irgendwie sieht sie damit zum Reinbeißen appetitlich aus. Erinnert mich immer an Himbeerquark 🙂

Das finden die Bienen offensichtlich auch. Da die Rose nur locker gefüllt ist, ist sie heiß umschwärmt.

Toll ist auch, das man die unveredelte wurzelechte Rose problemlos durch Absenker oder Stecklinge weitervermehren kann. Besser noch, sie erledigt das auch alleine durch Wurzelausläufer. So ist auch mein Exemplar bereits selbstständig dabei sich zu vermehren  und wandert durch den Garten. Die perfekte Rose für faule entspannte Gärtner. Ich schaue ihr dabei nun schon seit über  15 Jahren  zu.

 

Grüne Stinkwanze an Hortensie

Offensichtlich gibt es dieses Jahr eine gewisse gruselige Verwirrung unter den Wanzen.

Hitchcocks Vögel lassen grüßen –>

http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Wanzenart-sticht-lieber-Menschen-statt-Blattlaeuse-zu-fressen-id38104292.html

http://www.welt.de/wissenschaft/article156200357/Diese-Wanzen-stechen-ploetzlich-massenhaft-Menschen.html

Ob dieses Exemplar aus meinen Garten demnächst auch zum Menschenfresser wird? Der gemeine Grünling (Palomena prasina) saugt normalerweise an Beerenfrüchten und Blüten. Er verfügt über  Stinkdrüsen, die bei Bedrohung eine stark riechende Flüssigkeit absondern mit der er auch Beeren einnebeln kann.  Der Volksmund nennt das Tier aus diesem Grund auch „Faule Grete“.

Common Green Shieldbug Pentatomidae